Alle Fragen zur betrieblichen Krankenversicherung
Kurze Antworten auf die Fragen, die uns Geschäftsführungen, Personalabteilungen und Mitarbeitende am häufigsten stellen. Zu jedem Thema gibt es einen ausführlichen Artikel.
Grundlagen
Was ist eine betriebliche Krankenversicherung (bKV)?
Eine private Krankenzusatzversicherung, die ein Arbeitgeber für seine Mitarbeitenden abschließt und bezahlt. Sie ergänzt die gesetzliche oder private Krankenversicherung, etwa bei Brillen, Zahnbehandlungen, Vorsorge und Zuzahlungen. Mehr dazu
Was ist ein Budgettarif?
Jede versicherte Person erhält ein festes Jahresbudget, zum Beispiel 600 €, und setzt es selbst für Leistungen wie Brille, Zahnreinigung oder Heilpraktiker ein. Mehr dazu
Ersetzt die bKV die Krankenversicherung?
Nein. Sie ergänzt die gesetzliche oder private Krankenversicherung und zählt nicht als Krankenversicherungsschutz für Visum oder Aufenthaltstitel. Mehr dazu
Was ist der Unterschied zwischen bKV und bAV?
Die bKV bietet Gesundheitsleistungen heute, die betriebliche Altersversorgung (bAV) baut Vorsorge für den Ruhestand auf. Mehr dazu
Welche Leistungen bietet eine bKV?
Typisch sind Sehhilfen, Zahnreinigung und Zahnersatz, Vorsorge, Heilpraktiker, Arznei- und Heilmittel sowie Services wie Video-Sprechstunde, Facharzt-Terminservice und psychologisches Coaching. Mehr dazu
Kosten
Was kostet eine bKV pro Mitarbeiter?
Im Budgettarif etwa 13,90 € bis 49,90 € im Monat, je nach Budget von 300 bis 1.500 €. Netto nach rund 30 % Steuerentlastung einer Kapitalgesellschaft etwa 9,73 € bis 34,93 €. Mehr dazu
Ist die bKV eine Betriebsausgabe?
Ja, die Beiträge sind voll als Betriebsausgabe absetzbar. Mehr dazu
Was kostet die Beratung?
Für Arbeitgeber nichts. Die Vergütung des Vermittlers ist im Beitrag enthalten. Mehr dazu
Ab wann rechnet sich eine bKV?
Mit 600 € Budget kostet sie netto rund 192 € pro Kopf und Jahr. Sie trägt sich, wenn jede:r Mitarbeitende weniger als einen Fehltag weniger hat oder wenn sie weniger als eine Kündigung pro Jahr verhindert. Mehr dazu
Steuern und Sozialversicherung
Ist die bKV steuerfrei?
Ja, als Sachbezug bis zur Freigrenze von 50 € pro Monat (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG), wenn der Arbeitgeber Versicherungsnehmer ist und die Beiträge direkt zahlt. Mehr dazu
Ist die bKV sozialversicherungsfrei?
Innerhalb der 50-€-Freigrenze ja, ebenso bei Pauschalierung nach § 40 Abs. 1 EStG. Bei § 37b EStG fallen Sozialversicherungsbeiträge an. Mehr dazu
Was passiert, wenn die 50-€-Grenze überschritten wird?
Dann ist der gesamte Sachbezug steuer- und beitragspflichtig. Alternativ kann der Arbeitgeber pauschal versteuern. Mehr dazu
Zählen Gutscheine zur 50-€-Grenze dazu?
Ja. Alle Sachbezüge eines Monats werden zusammengerechnet, also auch Tank- oder Einkaufsgutscheine. Mehr dazu
Müssen Mitarbeitende Erstattungen versteuern?
Nein, Leistungen aus einer Krankenversicherung sind nach § 3 Nr. 1a EStG steuerfrei. Mehr dazu
Einführung und Vertrag
Ab wie vielen Mitarbeitenden ist eine bKV möglich?
In der Regel ab 5 Mitarbeitenden. Mehr dazu
Gibt es eine Gesundheitsprüfung?
Nein. Keine Gesundheitsfragen, keine Wartezeiten, auch Vorerkrankungen sind versichert. Mehr dazu
Müssen alle Mitarbeitenden versichert werden?
Nein, möglich ist auch eine objektiv abgrenzbare Gruppe, etwa alle nach der Probezeit. Mehr dazu
Wie lange dauert die Einführung?
Meist 3 bis 6 Wochen von der Analyse bis zum Versicherungsbeginn. Mehr dazu
Muss der Betriebsrat zustimmen?
Die Verteilung der Leistung ist nach § 87 Abs. 1 Nr. 10 BetrVG mitbestimmungspflichtig. Ob und mit welchem Budget entscheidet der Arbeitgeber. Mehr dazu
Können Azubis, Teilzeitkräfte und Minijobber versichert werden?
Ja. Bei Minijobs zählt ein steuer- und beitragsfreier Sachbezug nicht zum Verdienst. Mehr dazu
Wie viel Aufwand hat die Personalabteilung?
Wenig: Ein- und Austritte melden. Rechnungen reichen die Mitarbeitenden selbst per App ein. Mehr dazu
Für Mitarbeitende
Was passiert mit der bKV bei Kündigung?
Der Schutz aus dem Gruppenvertrag endet. Je nach Tarif kann er privat fortgeführt werden. Mehr dazu
Sind Familienangehörige mitversichert?
Viele Services stehen auch Angehörigen offen. Je nach Tarif können Angehörige zu besonderen Konditionen selbst versichert werden. Mehr dazu
Sieht der Arbeitgeber, welche Leistungen ich nutze?
Nein. Rechnungen und Erstattungen laufen direkt zwischen Mitarbeitenden und Versicherer. Mehr dazu
Kann ich statt der bKV Geld bekommen?
Nein. Ein Wahlrecht zwischen Geld und Versicherungsschutz würde den steuerfreien Sachbezug gefährden. Mehr dazu
Wirkung
Ist eine bKV besser als eine Gehaltserhöhung?
Bei gleichen Kosten meist ja: Für rund 275 € Arbeitgeberkosten im Jahr kommen als Gehaltserhöhung rund 127 € netto an, als bKV 600 € Gesundheitsbudget. Mehr dazu
Senkt die bKV Fehlzeiten?
Sie kann Ausfälle verkürzen, etwa durch schnellere Facharzttermine, Vorsorge, Physiotherapie und Coaching. Eine Garantie gibt es nicht, deshalb werten wir die Nutzung jährlich aus. Mehr dazu
Hilft die bKV im Recruiting?
Ja. Laut infas quo (2021) würde jede vierte Person die Wahl eines neuen Arbeitgebers durch eine bKV positiv beeinflussen lassen. Mehr dazu
Was kostet eine Kündigung?
Je nach Position 30 bis 150 % eines Jahresgehalts. Mehr dazu
Quellen
- § 8 EStG, Sachbezugsfreigrenze von 50 € im Monat (Abs. 2 Satz 11)
- BFH, Urteil vom 7. Juni 2018, VI R 13/16: Krankenversicherungsschutz als Sachlohn
- § 40 EStG, Pauschalierung der Lohnsteuer in besonderen Fällen
- § 37b EStG, Pauschalierung der Einkommensteuer bei Sachzuwendungen
- § 3 EStG, steuerfreie Einnahmen (Nr. 1a: Leistungen aus einer Krankenversicherung)
- § 87 BetrVG, Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats (Abs. 1 Nr. 10)
- WIdO, Fehlzeiten-Report 2025: Krankheitsbedingte Fehlzeiten in der deutschen Wirtschaft im Jahr 2024 (Krankenstand nach Branchen, Tab. 24.4)
- KBV, Zahlen und Fakten: Kosten der Arbeitsunfähigkeit (BAuA-Daten 2024: 134 Mrd. € Produktionsausfall, 227 Mrd. € Ausfall an Bruttowertschöpfung)
- Bericht zu den BAuA-Daten 2024: 881,5 Mio. Arbeitsunfähigkeitstage, 20,8 Tage je Arbeitnehmer
Was kostet die bKV für Ihr Unternehmen?
Wir rechnen mit Ihren eigenen Zahlen: Kosten nach Steuern, Vergleich mit einer Gehaltserhöhung, Break-even bei Fehlzeiten und Fluktuation. Kostenlos, meist innerhalb von zwei Werktagen.
Für Neuabschlüsse bis 31.12.2026 gelten die heutigen Konditionen, ab 2027 sind in einigen Branchen Zuschläge vorgesehen.